Nicht jeder Therapieanbieter ist Therapeut

Die sehr unspezifische Begriff „Tiergestützte Therapie“ oder “Reittherapie”  sind in Deutschland leider keine geschützten Begriffe. Beide sagen zunächst  nichts über die Richtung, in die es hier gehen soll oder über die Qualifikationen des Therapeuten aus. Sie sind nicht geschützt und können beliebig verwendet werden. Das ist in Zeiten, in denen Qualitätssicherung eine immer größere Bedeutung erhält, ein großes Manko, und ist vor allem gegenüber denen, die über eine therapeutische Grundlage verfügen, nicht fair. Aber auch gegenüber dem Patienten nicht, der keinerlei Möglichkeit hat, aus der Bezeichnung die fachliche Qualifikation zu erkennen.

Zur Sicherung der Qualitätsstandards und der Steigerung der Anerkennung ist man bemüht, die Begriffsbestimmung zu konkretisieren. Seit 2003 gibt es eine Definition nach Dr. G. Gatterer (Psychologe und Vorstandsmitglied des TAT , Tiere als Therapeuten, Wien):

„Unter tiergestützter Therapie versteht man alle Maßnahmen, bei denen durch den gezielten Einsatz eines Tieres positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen erzielt werden sollen. Dies gilt für körperliche, wie seelische Erkrankungen. Das Therapiepaar Mensch-Tier fungiert hierbei als Einheit. Als therapeutische Elemente werden dabei emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier angesehen. Zusätzlich werden auch verschiedene Techniken aus den Bereichen der Kommunikation, Interaktion und basalen Stimulation und der Lernpsychologie eingesetzt.“

Da es mir persönlich ein besonderes Anliegen ist, meinen therapeutischen Ansatz zu unterstreichen, möchten ich hier, meine Meinung und Erfahrung aufstellen, vor deren Hintergrund meine gesamte Arbeit zu verstehen ist.

Um Therapie anbieten zu können, muss ich Therapeut sein.

Die Ausbildung eines Therapeuten, dauert mindestens drei Jahre und endet nicht ohne Grund mit einer staatlichen Prüfung. Jede therapeutische Fachrichtung beinhaltet ein hohes Maß theoretischen Hintergrundwissens, welches die Basis der späteren Arbeit bildet. Darüber hinaus werden aber im Zuge der Ausbildungen ein therapeutischer Handwerkskoffer und das therapeutische Selbstverständnis angelegt. Dies geschieht über eine Vielzahl von Hospitationen, Praktika und eigenständiger, supervidierter Durchführungen von Behandlungen. Am Ende dieser Ausbildung darf ich mich dann hoffentlich Therapeut nennen. Sobald ich das tue, verpflichte ich mich, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen, da die Ausbildung, trotz ihrer Komplexität nur die Basis bildet und es eine Vielzahl von Behandlungsmethoden gibt, die darin nicht intensiv angeboten werden können.

Es muss deshalb klar unterschieden werden zwischen Förderung und Therapie

Die Abgrenzung zur therapeutischen Arbeit, die eine individuelle differenzierte Diagnostik und Anamnese, darauf aufbauende Therapieplanung, Dokumentation und weiterführende Diagnostik, sowie Fachwissen und therapeutische Methoden erfordert, ist nötig, um die Qualität sichern zu können.

Wenn ich hier von tiergestützter Therapie sprechen, ist für mich ganz klar festgelegt, dass ich damit fachlich spezialisierte Therapeuten meinen, die in ihrer Arbeit speziell ausgebildete Tiere einsetzen um definierte und dokumentierbare Ziele zu erreichen.

Und in meinem speziellen Fall der Ergotherapie spreche ich daher von tiergestützter Ergotherapie.

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